Die Künstlerin (geboren 1970 in Xinyan, China mit dem Lebens- und Schaffensmittelpunkt
in Deutschland) zeigt hier eine Erstpräsentation ihrer Werke in einer Einzelausstellung.
Und ihr Name "zieht": Wie der zufriedene Galerist sagte, haben sich ca. dreißig Personen
angemeldet zur Vernissage - und ca. achtzig kamen!
Ausgebildet in China (und dort eine der ersten Feministinnen und Mitbegründerin des
feministischen Künstlerinnen-Kollektivs "Bald Girls") kam sie dann als Zwanzigjährige
nach Deutschland. Hier verbrachte sie einige Jahre bei Joseph Beuys und entfaltet seitdem
vielfältige kulturelle und künstlerische Aktivitäten. Erst kürzlich gab die Stadt Düsseldorf
einer neuen Kunststiftung ihren Namen.
Die Künstlerin versteht sich als Konzeptkünstlerin und ist auch bekannt für ihre Porträts
wichtiger Politiker (u.a. Angela Merkel). Bei der Ausstellung in Regensburg ist besonders
auffallend, dass sie nur Werke aus unserem Jahr 2025 präsentiert. Darunter befindet sich
ein Bilderzyklus, der eigens für diese Ausstellung gemalt wurde.
Jiny Lan verbindet in ihren Bildern wichtige Gegensätze und läßt zugleich gewichtige aktuelle
Themen aus Politik und Gesellschaft erkennen. Ihre kräftigen und positiv stimmenden Farben
fließen und bilden Konturen, keine scharfen Gegensätze. Die Personen sind meist deutlich
gezeichnet, im Gegensatz dazu sind Gegenstände meist abstrakt angedeutet.
Mich haben am meisten beeindruckt: "Die Rederei von Joseph Beuys wurde unterschätzt",
ein Großformat als Quasi-Erinnerung an den Groß-Künstler Joseph Beuys. Dann finde ich
ausdrucksstark "One of the 7000 Oak trees". Hier (er)wachsen aus dem Kopf einer jungen
Frau Bäume und Büsche, ein altes Motiv aus Kunst und Literatur, wunderschön dargestellt.
Weitere Beispiele: Auf "Peking 2025" irren unten rechts vier nackte Personen herum, auf
"Blue Sister" ist die vorherrschende Farbe rot und die "Symphony" ist vielleicht eher mit
Humor betitelt - das Bild zeigt nämlich ein Gegenteil davon. (alle Mischtechnik auf Leinwand.)
Sehr sehenswert!